Wie Luca di Montezemolo die Formel 1 revolutionieren will

Eines kann man der Formel 1 in diesem Jahr eigentlich nicht vorwerfen, nämlich langweilig zu sein. Der Kampf um den Titel ist spannend wie nie. Wir haben unerwartete Sieger gesehen und auch „kleinere“ Teams wie Sauber, Lotus Renault oder Williams mischen vorne mit. Doch Ferrari-Boss Luca di Montezemolo scheint das nicht zu reichen. Er fordert Änderungen an der Formel 1.

Die Formel 1 ist immer in Bewegung (© Pirelli Media)

Luca Di Montezemolo ist bekannt für seine Ideen, die Formel 1 zu revolutionieren. Wäre alles gleich, wäre es ja auch langweilig. Deswegen bringt der Ferrari-Boss immer wieder gerne neue Vorschläge ins Spiel, um die Formel 1 zu verändern.

Im Heimrennen von Ferrari – in Monza – war es wieder soweit. Die jungen Leute von heute wollen doch ein so langes Rennen gar nicht mehr am Stück sehen. 90 Minuten vor dem Fernsehergerät wären viel zu lange. Man solle die Rennen in zwei Teile splitten, so di Montezemolo. Also ähnlich wie bei einem Fußball-Spiel, wo man sich in der Halbzeitpause mit frischen Bier und Chips versorgen kann?

Ich halte diese Idee für Quatsch. Wie soll das auch funktionieren? Wird nach 45 min einfach Pause gemacht und anschließend nochmal neu gestartet? Es ist doch gerade der Mix aus Fahrerleistung, Auto-Performance und Strategie, die so ein Formel 1-Rennen ausmachen. Ich brauche da ehrlich gesagt keine Pause. 90 min – und keine Minute kürzer.

RTL verdient doch auch so schon genug an Werbepause und Splittscreen-Werbung. Wenn wir dann wie beim Boxen bald alle paar Minuten Werbung ertragen müssen, sehe ich die Zuschauer nur so schwinden.

Luca Di Montezemolo fordert zudem, die Rennen auf den Abend zu verlegen. Hmmm. Damit sie bald mit dem Tatort am Sonntagabend kollidieren? Es gibt schon genug Sportveranstaltungen am Abend. Wer sich für Formel 1 interessiert, hat kein Problem damit, sich den Sonntagnachmittag freizuhalten.

Dazu kommt, die Formel 1 wird in vielerlei Ländern absolviert. Schon jetzt ist es ein kompliziertes Unterfangen, das Rennen zu halbwegs vernünftigen Zeiten anzubieten – für alle. Da stehen hartgesottene Fans schon mal um 5 Uhr morgens auf. Und das ohne Meckern.

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